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Die Albaner                                                                                                                                            Land und Leute
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D
ie Albaner betrachten sich als Nachfahren der Illyrer und damit als autochthones Balkanvolk. Sie gelten als stolz, mutig und kämpferisch. Diese Eigenschaften haben sie in ihrer langen Geschichte oftmals unter Beweis gestellt. Auch sind sie, wie kleine Völker im allgemeinen, leicht zu verletzen. Andererseits sind die Albaner im Gegensatz zu manchem von den "Segnungen" der Industriegesellschaft verwöhnten Europäer sehr natürlich, aufgeschlossen und warmherzig. Mit Freunden und Gästen teilen sie notfalls ihr letztes Stückchen Brot.
Im schwer zugänglichen Norden (Nordalbanische Alpen), wo fremde Okkupanten ob Osmanische, Österreich-Ungarische, Italienische oder Deutsche besondere Mühe hatten, überhaupt irgendeine Kontrolle auszuüben, bestanden manche Relikte der alten Stammesstrukturen und Bräuche lange fort und machen sich teilweise noch heute bemerkbar. Hier hatte sich auch die Blutrache länger als anderswo gehalten. Während der Türkenherrschaft traten etwa 70% der Albaner zum Islam über, 20% waren Orthodoxe und  knapp 10% Katholiken. Seit 1967 war per Verfassung jede Religionsausübung verboten, Kirchen und
Moscheen wurden zu Lagerhallen oder Sportstätten umfunktioniert, manche dienten als Museen. Dies ist  inzwischen alles wieder rückgängig gemacht worden.

Was die ethnische Zusammenetzung anbelangt, so sind rund 97% der Bevölkerung Albaner, die übrigen 3% setzen sich aus Griechen, Mazedonier, Montenegrinen und Roma zusammen. Das Land, das vor dem Krieg nur eine Million Einwohner zählte, hat  jetzt durch einen hohen Geburtenzuwachs über dreieinhalb Million Menschen und eine von 38 auf 70 Jahre angestiegene Lebenserwartung.
Mehr als drei Millionen Albaner leben außerhalb Albaniens, die meisten davon (über 2,5 Millionen) im Kosovo, aber auch in Mazedonien und Montenegro. Aus spätbyzantinischer und osmanischer Zeit gibt es Ansiedlungen von Albanern in Italien (Arbereshen genannt) und Griechenland (die sog. Arvaniten), sowie in einzelnen Orten Dalmatiens, Bulgariens und der Ukraine, aber auch in Deutschland.
In den vergangenen hundert Jahren, und in jüngster Zeit wieder verstärkt, emigrieren Hunderttausende aus eher wirtschaftlichen Gründen. So leben größere Gruppen von Albanern in der Türkei, in einigen arabischen Ländern,  in Australien, den USA und über die ganze Welt verstreut.